Rechnen wie kleine Einsteins
Das Emsland ist das erste “Land der Zahlenzwerge”. Für 2008 hat die Bundesministerin für Bildung und Forschung das Jahr der Mathematik ausgerufen. In der Emsländischen Volksbank wurde offiziell das bundesweit einmalig Modellprojekt “Zahlenland der Zahlenzwerge” gestartet, das spielerisch mathematische Fähigkeiten im Kindergarten fördern und zum nachhaltigen Lernerfolg der Jungen und mädchen beitragen soll.
Das Projekt ist ein Gemeinschaftswerk. Die Idee stammt von der langjähriger Kindergartenleiterin und Dyskalkulie-Therapeutin Ursula Günster, die als Unternehmens-Couch in der Emsländischen Stiftung Beruf und Familie tätig ist. Im Januar 2007 wurde sie von der Emsländischen Volksbank beauftragt, ein Projekt zu kreieren, das die frühkindliche Bildung und die Entwicklung mathematischer Kompetenzen noch vor dem Schulbeginn fördern soll.
Im Mittelpunkt steht das von Dr. Günther Heil entwickelte methodische Konzept “Land der Zahlenzwerge” und das im “plm Verlag” hergestellte neuartige Rechenmaterial, das sich sowohl für Hochbegabte als auch für Kinder mit Rechenschwierigkeiten eignet. Die Emsländische Volksbank hat das Projekt für drei Jahre ausgelegt und finanziert es nach dem Motto “Wir machen den Weg frei für unbeschwertes, lustvolles Rechnenlernen” mit 22000 Euro.
“Um Schwierigkeiten beim Lernen von Mathematik präventiv und nachhaltig begegnen zu können, sollten mathematische Erfahrungen und Aktivitäten in der Kindertagesstätte besonderen Stellenwert erfahren”, sagte Projektmanagerin Günster. Harald Lesch, Vorsitzender der VR-Stiftung der Volks- und Raiff-eisenbanken, hatte zur Informationsveranstaltung eine offizielle Finanzierungszusage aus Göttingen mitgebracht.
Auch Vertreter des Bildungsministeriums waren nach seinen Worten an dem “Land der Zahlenzwerge” sehr interessiert. “Die Bank hat die richtige Entscheidung getroffen”, würdigte er die Initiative der EVB und insbesondere des Vorstandsvorsitzenden Frank Thiel sowie des Marketingleiters Hans-Peter Tenfelde. “Es ist ein Projekt, das in die heutige Zeit passt”, so Tenfelde.
Beim Start waren auch die ersten Zahlenzwerge dabei. Muriel, Stefanie und Lara kamen in Begleitung ihrer Erzieherinnen Anja Kossenjans und Marlene Andrees vom Kindergarten St. Elisabeth in Dörpen. Till-Aaron und Reena vertraten zusammen mit ihrer Leiterin Dorothea Morawski den Matthias-Claudius-Kindergarten. Insgesamt elf Kindertagesstätten nehmen im ersten Durchgang an dem Projekt teil. Dazu gehören auch der DRK-Kindergarten “Villa Kunterbunt” und St. Amadeus in Aschendorf, St. Anna in Haren, Hermann-Josef und St. Marien in Twist, St. Josef in Haren-Emeln, St. Nikolaus in Rhede sowie St. Maria zum Frieden und St. Josef in Meppen. Der zweite Durchgang ist für Januar 2008 geplant.
Das Projekt ist auf die Kinder im Brückenjahr zugeschnitten. In jedem Durchgang nehmen jeweils zwei Erzieherinnen pro Kindergarten an einer von Dr. Heil entwickelten Schulung teil. Die Kindergärten erhalten von der Volksbank einen Koffer mit Zahlen-Struktur-Material sowie einem Märchenbuch über die Zahlenzwerge. Zu dem Set gehören außerdem farbenfrohe Westen und Mützen, die die Freude am Rechnen und die Neugier an Mathematik bei den kleinen Einsteins steigern sollen. Für das Üben zu Hause können die Eltern bei der Emsländischen Volksbank eine Zahlen-Struktur-Tafel abholen.
“Im August 2008 gehen dann bereits die ersten 400 gut vorbereiteten und geförderten Kinder mit konkreten mathematischen Vorerfahrungen in die Grundschule”, freut sich Günster. Im Februar 2008 steigen die ersten Grundschulen mit ein. Das gesamte Projekt wird von der Universität Leipzig wissenschaftlich begleitet, so dass im Nachhinein bei rund 1000 teilnehmenden Vorschulkindern der Erfolg wissenschaftlich evaluiert belegt werden kann.
Quelle: www.neue-oz.de





