Umstrittener Psychologe schmeißt hin

Posted on Januar 24, 2008. Filed under: Förderung, Legasthenie, Presse |

Schulpsychologe Wilfried Hingst hat seine Funktion als Berater für das Jugendamt der Stadt Celle nach CZ-Informationen auf eigenen Wunsch wegen des öffentlichen Drucks aufgegeben. Hingst hat seit dem Jahr 2003 Gutachten überprüft, die eine seelische Behinderung auf Grund von Legasthenie bei Kindern bescheinigen, und Stellungnahmen abgegeben. Seit dieser Zeit ging die Zahl der bewilligten Therapien stark zurück. Als Nachfolgerin hat die Stadt die Psychologin Ulrike Krahé engagiert. Der Kreiselternrat erwartet keine großen Verbesserungen.CELLE. Der Celler Harald Meinhard ist glücklich. Sein zwölfjähriger Sohn erhält jetzt endlich die Hilfe, die er benötigt. „Eineinhalb Jahre habe ich dafür gekämpft, dass mein Sohn einen Therapieplatz bekommt. Vor einer Woche habe ich vom Jugendamt der Stadt endlich grünes Licht erhalten.“ Bei Meinhards Sohn hatte ein Psychiater festgestellt, dass eine seelische Behinderung auf Grund von Legasthenie (Lese- und Rechtschreibschwäche) vorliegt. Die Stadt wies Meinhards ersten Antrag auf Therapie ab. Die Stellungnahme zum Gutachten schrieb damals Schulpsychologe Wilfried Hingst. Seit 2003 hatte das Jugendamt der Stadt Celle Hingst damit beauftragt, solche Stellungnahmen zu schreiben und dann die Entscheidung getroffen, ob eine Therapie bewilligt wird oder nicht. Seit dieser Zeit gingen die genehmigten Therapien stark zurück und viele Eltern beschwerten sich.

Hingst hat seine Tätigkeit inzwischen eingestellt – nach CZ-Informationen auf eigenen Wunsch wegen des öffentlichen Drucks. Zu einer Stellungnahme gegenüber dieser Zeitung war Hingst nicht bereit. Bereits seit September erteilt das Jugendamt Einzelaufträge auf Honorarbasis an die Psychologin Ulrike Krahé aus Buchholz bei Hamburg, wie erst jetzt bekannt wurde.

Der Einzelfall von Harald Meinhard und seinem Sohn ist zwar ein positives Zeichen. Dass sich etwas ändern wird, glaubt Peter Graue, stellvertretender Vorsitzender des Kreiselternrats, jedoch nicht: „Ich finde es konsequent, dass Herr Hingst aufgehört hat. Die Stadt wird aber auch weiterhin versuchen, Geld einzusparen. Die Kinder sind die Opfer.“ Graues Sohn selbst ist betroffen, bei ihm wurde vor einigen Jahren Legasthenie – verbunden mit Schulängsten – festgestellt und er erhielt einen Therapieplatz. „Er ist viel selbstbewusster geworden.“ Psychologin Krahé jedenfalls will die ihr zugeteilten Gutachten „emotionslos“ und „unparteiisch“ überprüfen.

(Quelle: http://www.cellesche-zeitung.de)

Make a Comment

Make A Comment: ( 1 so far )

blockquote and a tags work here.

One Response to “Umstrittener Psychologe schmeißt hin”

RSS Feed for Weblog rund um die Themen Legasthenie, LRS, Dyskalkulie und allgemeine Lernprobleme Comments RSS Feed

@ Wilfried Hingst ist leider nur ein Beispiel von sehr vielen “Experten”, entweder haben Sie die Thematik nicht verstanden oder wollen Sie diese nicht, solche Fachleute bringen sehr viel Schaden, aber die gibt leider in vielen Bereichen. Darum müssen Fachleute richtig geschult werden.
Und die legasthene Menschen erniedrigen gerecht bestrafen. Denn dies ist ein verstoß der Menschenwürde. Hingst ist leider nur ein Beispiel von vielen, es sitzen auch Ärzte auf den Arbeitsämter die legasthene als psychisch Krank einstufen, obwohl sie es nicht sind, ich habe es so erlebt und wurde in das Bfw Bad Pyrmont gesteckt, da wollte man mich Mundtod machen…. Aber diese Storry schreibe ich bald auf meinen Blog… Beste Gruße Lars

Lars Lehmann
Januar 24, 2008

Where's The Comment Form?

Liked it here?
Why not try sites on the blogroll...