Legasthene Menschen und der Führerschein
Nachdem in meiner Suchstatistik immer wieder „Legasthenie und Führschein“ auftaucht, möchte ich mich nun diesem Thema widmen.
„Legasthene Menschen nehmen aufgrund ihrer differenzierten Wahrnehmung Texte anders wahr „
Da ein Führerscheinanwärter auch eine theoretische Prüfung ablegen muss, entstehen hier schon oftmals Probleme:
1. Der legasthene Mensch fällt immer wieder durch die theoretische Prüfung, obwohl das theoretische Wissen vorhanden ist
2. Der legasthene Mensch geht erst gar nicht zur theoretischen Prüfung, da die Angst vor dem Versagen zu groß ist. (Vergleiche Sekundärlegasthenie)
Zu 1.:
Legasthene Menschen haben Probleme mit Buchstaben und deren Erkennung – das ist bekannt. Schaut man sich die theoretische Prüfung bei der Absolvierung des Führerscheins an, erkennt man schnell, dass Betroffene hier sehr große Probleme haben. Die Prüfungsfragen werden in Deutschland (anders ist es mir nicht bekannt) per Multiple Choice – Fragen (deutsch: mehrfache Auswahl im Sinne von mehreren Möglichkeiten, die zur Auswahl stehen) absolviert. Das scheint auf dem ersten Blick auch sehr sinnvoll zu sein, gerade für legasthene Menschen. Doch die Fragestellungen sind (auch für nichtlegasthene Menschen) sehr irreführend:
• Das links kommende Fahrzeug darf nicht vor der Feuerwehr nach rechts abbiegen …
(Optische Differenzierung und die Raumwahrnehmung, rechts - links)
• Die Ampel ist rot, aber das Zeichen „Rechtsabbieger dürfen fahren“ leuchtet auf …
(Visuelle Differenzierung – der grüne Pfeil erscheint, aber die Ampel ist rot)
• Doppelte Verneinungen …
• Usw.
Und das gekoppelt mit dem Zeitdruck, unter dem solch eine Prüfung abgelegt werden muss.
Zu 2.:
Hier verweise ich auf den Beitrag: “Langfristige Auswirkungen ignorierter Legasthenie”
Auch die Fahrschulen selbst nehmen sich dem Thema Legasthenie und Führerschein immer mehr an.
Ein Beispiel aus der Fahrschule MK Easy Menden:
Legastheniker Ausbildung für den Führerschein
Wir bieten im Rahmen unserer Intensivausbildung auch einen Kurs für Legastheniker. Dabei bieten wir unseren Fahrschülern mit Lernproblemen besondere Hilfe an. Durch eine Computer gestützte Ausbildung gewährleisten wir den Erfolg der theoretischen Ausbildung. Während der Intensivausbildung werden die Fahrschüler zudem durch eine spezielle Betreuung unterstützt. Durch Videos und auch Vertonung von Fragen bieten wir gerade Legasthenikern ein auf sie auditiv abgestimmtes Lernprogramm an. Scheuen Sie sich nicht, uns zu kontaktieren und sich nochmal über die Ausbildung und einzelnen Schritte zum Führerschein zu informieren. Mit Ihrem Ehrgeiz und unserem Know-How werden auch Sie in kürzester Zeit den Führerschein in den Händen halten können. Wir freuen uns über Ihren Anruf.
(Das waren so meine ersten Gedanken zu diesem Thema
)






Ich finde die Fahrschulen nicht so der bringer.
Ich fühl mich da z.b immer sehr bedrückt und beobachtet, und die Situation an sich ist einfach ungewohnt und unwohl.
Selber hab ich mich Oktober 2006 angemeldet. Bin regelmäßig hingegangen und dann seit 5 monaten nicht mehr. Also schon über 1 jahr vergangen…
…wieso ich das so mache weiß ich auch nicht ganz genau. Aber es ist schon erniedrigend wenn man sieht das andere es locker schaffen.
Die bögen zu beantworten ist (für mich) eigentlich einfach. Doch fragen zu beantworten die der Lehrer fragt ist schwierig. Den alle sind Still, schauen dich an, und lehrer wartet auf antwort - sowas hat man bei einer Prüfung nicht, bzw wenn man einfach nur bögen ausfüllt. Da kann man nachdenken, ruhig bleiben, und beantworten nach seinem eigenen Gefühl bzw Wissen.
Da ist mir sogar Schule lieber….
Mfg Tomekk
tomekk
März 22, 2008
[...] Die damit verbunden Hintergründe und mögliche Auswege schildert Mirko in seinem Blog: Hier klicken! [...]
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April 19, 2008